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Große Hilfe für eine große Aufgabe

Exoskelett unterstützt Altenpflegerin Regina Fahrenbach im Arbeitsalltag.

„Es ist kein Zaubergerät, aber eine sehr große Unterstützung“, sagt Regina Fahrenbach über ihr neues Exoskelett. Die Altenpflegerin arbeitet in der Werraland-Wohnanlage in Bad Sooden-Allendorf. Trotz Rheuma und teilweise schweren Schüben stand sie ihre Frau, machte ihren Job hervorragend. „Allerdings hatte ich keine Lebensqualität mehr nach der Arbeit“, sagt sie. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schmerzen besonders im Schulter-Nackenbereich – die Folgen eines Arbeitstages. Und immer öfter die Frage: Wie lange kann ich meinen Beruf mit meiner Schwerbehinderung noch ausüben?

Dank ihres Abteilungsleiters Johannes Knöfel hoffentlich noch sehr lange. Denn er beantragte beim Integrationsamt Arbeitshilfen für seine Mitarbeiterin. Ein aufwendiger, aber am Ende erfolgreicher Prozess. Denn nicht nur das Exoskelett wurde durch das Integrationsamt des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen finanziert, sondern auch ein sogenannter Ganzkörperfön, eine Wandliege und mehrere Umlagerungshilfsmittel. „Wichtige Unterstützungen, die mir meine Arbeit mit meiner Beeinträchtigung erleichtern“, sagt Regina Fahrenbach. 

Beantragen kann solche Hilfen jeder Arbeitgeber für seine schwerbehinderten Mitarbeitenden. Finanziert aus der sogenannten Ausgleichsabgabe, die jeder Arbeitgeber zahlen muss, wenn er nicht genügend schwerbehinderte Menschen beschäftigt. Im Umkehrschluss kommen die Gelder dann den Arbeitgebern zugute, die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben ermöglichen. Sowie in diesem Fall die Werraland Lebenswelten für ihre Mitarbeiterin Regina Fahrenbach.

Die Arbeit in der Pflege ist keine leichte, psychisch und physisch herausfordernd. Große Achtsamkeit für unsere Klienten, aber auch eine gezielte Gesundheitsförderung für unsere Mitarbeitenden, besonders bei gesundheitlicher Beeinträchtigung, sind zentrale Bestandteile unserer Haltung“, so Johannes Knöfel. 

Exoskelette sind tragbare Assistenzsysteme, die Pflegekräfte bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten unterstützen – etwa beim Heben, Umlagern oder Stützen von Menschen. Sie entlasten gezielt den Rücken - bis zu 40 Prozent weniger Belastung für die Rückenmuskulatur beim Heben und Bücken - die Schultern und die Knie. Raus aus der Schonhaltung, rein in eine verbesserte Körperhaltung und ein ergonomischeres Arbeiten. 

Was technisch klingt, hat für Regina Fahrenbach ganz praktische Auswirkungen. Seitdem Regina Fahrenbach das Exoskelett trägt, geht es ihr deutlich besser. „Ich liebe meine Arbeit, aber es war absehbar, dass sie für mich durch das Rheuma zunehmend belastender wurde. Umso glücklicher bin ich, diese Unterstützung nutzen zu können“, sagt die 45-jährige Eschwegerin.

Ob eine Klientin im Rollstuhl zu schieben, sie im Bett zu wenden, sie zu duschen: „Ich kann dank der neuen Hilfen unsere Bewohner definitiv besser versorgen – und genau darum geht es, genau dafür sind wir hier“, so Regina Fahrenbach. Moderne Technik ersetzt nicht die Pflege – aber sie kann spürbar erleichtern.

Keine Zaubergerät, aber eine große Hilfe: Regina Fahrenbach zeigt ihr Exoskelett. Fotos: Winter
Ergonomischeres Arbeiten: Das Exoskelett entlastet Rücken, Schulter und Knie.
Regina Fahrenbach zeigt den neuen Ganzkörperfön – eine Entlastung nicht nur für sie, sondern alle Mitarbeitenden der Werraland-Wohnanlage.
Technik, die entlastet: Regina Fahrenbach mit Exoskelett im Einsatz für ihre Klientin – begleitet von Abteilungsleiter Johannes Knöfel, der die Förderung beim Integrationsamt erfolgreich beantragte.