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Neue, attraktive Arbeitsplätze für beeinträchtigte Mitarbeiter

Nachhaltiges Bike-Recycling in der Werraland-Werkstatt.

E-Bike-Leasing boomt. Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitenden die Möglichkeit, in Relation zum Barkauf kostengünstig ein neues Fahrrad anzuschaffen. „Wir bieten diesen Mehrwert für unsere Mitarbeitenden seit sechs Jahren an und freuen uns sehr, dass die Belegschaft davon regen Gebrauch macht“, sagt Werraland-Vorstand Georg Forchmann.   

Doch was passiert mit Leasing-Rückläufern, also Fahrräder, die nach der Leasing-Laufzeit von drei Jahren zurückgegeben werden, und was passiert mit Diebstahl- und Unfallschäden?

Genau hier setzt der neue Arbeitsbereich in der Werraland-Werkstatt an. Dank der Kooperation mit der Firma Zweirad-Böttner aus Arnstadt werden in der Werraland-Werkstatt Schäden und Mängel an E-Bikes aufgearbeitet oder Einzelteile verwertet. „Zweirad Böttner ist Exklusivpartner einer großen Leasinggesellschaft und zuständig für alle Versicherungsschäden. Wir haben mit dem Team um Inhaber Nico Böttner einen sehr verlässlichen Partner für unsere Geschäftsidee gewonnen, der uns einen konstanten Zulauf an E-Bikes garantiert, die repariert oder deren Teile verwertet werden“, sagt Wolfram Linke, Leitung des Geschäftsbereichs Arbeit in den Lebenswelten.

Mit Daniel Henning haben die Lebenswelten einen neuen Mitarbeiter unter anderem für diesen Arbeitsbereich eingestellt. „Daniel ist gelernter Zweiradmechaniker und verfügt über die sozialpädagogische Zusatzausbildung – er ist also nicht nur ein Profi am Rad, sondern weiß, wie beeinträchtigte Menschen für diese Arbeit betreut und begleitet werden müssen“, so Linke.

Bis zu acht beeinträchtigte Mitarbeitende können perspektivisch im Bereich E-Bike-Recycling arbeiten. „Zum Start sind es vier, das funktioniert bereits alles sehr gut, sie lernen schnell und man merkt, dass ihnen die Arbeit große Freude bereitet“, sagt Daniel Henning. Ob die Arbeit mit einem Schaltaugenrichtgerät, am Zentrierständer oder mit Schraubenschlüssel und -dreher – ein Fahrrad nach dem anderen kommt an die neuen Hubständer, die maximale Bewegungsfreiheit bei Montage- und Demontagearbeiten gewährleisten. 

„Die ersten 20 Fahrräder haben wir instandgesetzt, aufgearbeitet oder bei Bikes, wo sich das nicht mehr lohnt, Einzelteile ausgebaut, die verwertet werden“, sagt Daniel Henning. Von der berühmten Acht in der Felge, über defekte Teile wie Bremsen und Zahnkränze bis zu gebrochenen Rahmen – auch bei Fahrrädern gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Besondern geklaute Fahrräder, die sichergestellt werden konnten, gibt es oftmals nichts mehr zu retten, dann werden nur die noch verwertbaren Teile ausgebaut. Aufbereitete Fahrräder und sämtliche Einzelteile gehen zurück zum Kooperationspartner nach Arnstadt und werden im dortigen Geschäft veräußert.

„Das ist Nachhaltigkeit auf zwei Rädern oder eben in Einzelteilen und passt daher bestens zu uns und unserem Weg zu einem nachhaltigeren Unternehmen“, sagt Werraland-Vorstand Georg Forchmann.

Geplant ist den neuen Arbeitsbereich sogar noch auszuweiten. „Wir befinden uns in Gesprächen, auch Neuräder vor dem Verkauf zusammenzubauen“, so Wolfram Linke.

Heiko Koch (re.) ist einer von vier beeinträchtigten Mitarbeitern im neuen Arbeitsbereich Bike-Recycling der Werraland-Werkstatt, der von Daniel Henning geleitet wird. Fotos: Winter
Heiko Koch mit der berüchtigten Acht in der Felge.
Patrick Taube am kontrolliert das Rad am Zentrierständer auf Unwuchten.
Patrick Hinzen arbeitet mit dem Schaltaugenrichtgerät, um das Schaltwerk wieder parallel zum Zahnkranz zu stellen.
Nachhaltige Kooperation zwischen Werraland und Zweirad Böttner: (v.li.) Wolfram Linke, Kevin Keith, Daniel Henning und Nico Böttner.